Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.
Hesekiel 36, 26

Ist das nicht ein großartiges und ermutigendes Wort, das uns Gott für dieses Jahr schenkt?
Wo immer ich in den vergangenen Wochen auch hinkam, waren überall die selben Themen zu hören: Weltpolitik, Gewalt, Religionsauseinandersetzungen, Ängste, Verunsicherungen u. v. m.. Wo sind wir Menschen nur hingekommen? Wohin soll das nur führen? Gott, warum greifst du nicht ein? Was wird das neue Jahr uns bringen?
So oder ähnlich fragen die Menschen zum Jahresbeginn. Und dann diese Worte. Zunächst läßt Gott diese Worte an sein Volk Israel ausrichten, die im babylonischen Exil leben. Ein Teil war im Land geblieben, wo alles zerstört war. Die Handwerker, religiösen Führer und die Intelligenz hatte König Nebukadnezar nach Babylon mitnehmen lassen. Dort konnten sie sich zwar frei bewegen und ihren religiösen Gepflogenheiten nachgehen, aber sie mußten sich ständig mit anders denkenden und glaubenden Menschen während der Arbeit oder in der Freizeit auseinandersetzen. Und das war nicht einfach, weil sie sich von ihrem Gott verraten und verlassen fühlten. In diese Situation hinein kommen die Worte ihres Gottes durch den Propheten Hesekiel, dass Gott ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist schenken will. Nicht Ärger, Rache, Enttäuschung und Sorgen sollen das Leben bestimmen, sondern Gottes Liebe. Und die kann vieles auf ganz seltsame Weiseverändern. Ein Teil von uns hat das 1989 in Leipzig erleben können, wo Menschen Kerzen oder Blumen zu den Soldaten oder Polizisten überreichten und damit eine friedliche Veränderung herbeiführten. Ich glaube, diese Art der Veränderung gelingt auch heute noch, wenn wir uns den Geist und das Herz dazu, von Gott schenken lassen. Das wünsche ich uns allen – und lasst uns in den Kreisen darüber austauschen – das würde ich mir wünschen.


Ihr/Euer Pf. Wolfgang Eichhorn